Anleitungshilfen für deinen Alltag

Mehr Klarheit in der Praxisanleitung durch gezielte Anleitungshilfen.

Die fünf Kompetenzbereiche im Überblick

Kompetenzbereich I-V nach Pflegeberufegesetz (PflBG) und PflAPrV, Anlage 2

Kompetenzbereich I – Pflegeprozesse verantwortlich planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern und evaluieren

Kompetenzbereich II – Kommunikation und Beratung personen- und situationsbezogen gestalten

Kompetenzbereich III – Intra- und interprofessionelles Handeln verantwortlich gestalten und mitgestalten

Kompetenzbereich IV – Das eigene Handeln auf Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien reflektieren

Kompetenzbereich V – Das eigene Handeln auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und berufsethischer Werthaltungen reflektieren

Jede Methode ist einem der fünf Kompetenzbereiche nach Pflegeberufegesetz (PflBG) und PflAPrV Anlage 2 zugeordnet. So siehst du auf einen Blick, welche Methode zu welchem Ausbildungsziel passt.

Methoden für die Praxisanleitung: passend zu jedem Kompetenzbereich

Die folgenden Methoden eignen sich für eine strukturierte Lernbegleitung und lassen sich direkt in deinen Arbeitsalltag integrieren. Der Methodenüberblick zeigt dir zudem die jeweiligen Kompetenzbereiche, damit du die Werkzeuge thematisch passend zu deiner Praxisanleitung auswählen kannst.

Methode im Überblick

Think Aloud in der Praxisanleitung
(Kompetenzbereich I)

Klinisches Denken wird hörbar.

So gehst du vor:
Bitte die Auszubildende oder den Auszubildenden, jeden Schritt vor der Handlung laut zu benennen: „Ich messe jetzt zuerst den Blutdruck, weil…“
Frag bei Unsicherheit gezielt nach: „Was hat dich zu dieser Entscheidung gebracht?“
Notier dir stichpunktartig, wo die Argumentation lückenhaft war
Sprich die Lücken direkt im Anschluss an

Praxistipp: Am besten bei einer Routinetätigkeit einsetzen, die schon etwas Sicherheit voraussetzt, sonst wird das Verbalisieren zur Zusatzbelastung.

Zeitaufwand: läuft parallel zur Tätigkeit, keine Extra-Zeit.

Methode im Überblick

Lernanker im Dienst
(Kompetenzbereich I)

Ein bis zwei Lernziele reichen für einen ganzen Dienst.

So gehst du vor:

  • Leg zu Schichtbeginn gemeinsam ein bis zwei konkrete Beobachtungs- oder Handlungsziele fest, zum Beispiel „Heute schaust du gezielt auf Sturzrisikofaktoren“
  • Weise während der Schicht kurz auf passende Situationen hin
  • Reflektiere am Ende der Schicht in zwei bis drei Minuten: Wurde das Ziel erreicht? Was ist aufgefallen?

Praxistipp: Schreibt das Lernziel sichtbar für beide auf, auf einen Zettel oder ins digitale Anleitungsprotokoll.

Zeitaufwand: 5 Minuten Planung, 3 Minuten Reflexion.

Methode im Überblick

Shadow-to-Coach
(Kompetenzbereich I / III)

Erst zusehen, dann selbst übernehmen.

So gehst du vor:

  • Phase 1: Die Auszubildende begleitet dich bei einer Tätigkeit rein beobachtend
  • Phase 2: Du begleitest die Auszubildende bei derselben Tätigkeit, gibst nur bei Bedarf Hinweise
  • Phase 3: Die Auszubildende führt die Tätigkeit eigenständig durch, du bleibst im Hintergrund
  • Nach jeder Phase: kurzes Feedback, was gut lief und was beim nächsten Mal anders laufen soll

Praxistipp: Eignet sich besonders für neue oder komplexere Tätigkeiten am Anfang eines Einsatzes.

Zeitaufwand: über zwei bis drei Einsätze verteilt, kein Extra-Termin nötig.

Methode im Überblick

Walk & Talk
(Kompetenzbereich II)

Feedback geht auch auf dem Weg zum nächsten Zimmer.

So gehst du vor:

  • Nutze kurze gemeinsame Wege, Übergabe, Dienstzimmer, Materialraum, für ein kurzes, konkretes Feedback
  • Sprich eine Beobachtung an: „Mir ist aufgefallen, dass…“
  • Frag nach der Selbsteinschätzung: „Wie hast du das selbst erlebt?“
  • Halte die Rückmeldung kurz, maximal ein bis zwei Sätze pro Seite

Praxistipp: Gut geeignet für Feedback, das nicht bis zum offiziellen Beurteilungsgespräch warten sollte. Zeitaufwand: 1 bis 2 Minuten, passiert nebenbei.

Methode im Überblick

Gruppenanleitung: Peer-Learning
(Kompetenzbereich III)

Lernen auf Augenhöhe stärkt Kompetenzen.

So gehst du vor:

  • Bring zwei Auszubildende aus unterschiedlichen Ausbildungsjahren oder mit unterschiedlichem Wissensstand zusammen
  • Gib eine gemeinsame Aufgabe, zum Beispiel die Vorbereitung einer Pflegemaßnahme
  • Lass die erfahrenere Person die andere anleiten, du beobachtest
  • Reflektiert gemeinsam: Was hat die anleitende Person gut erklärt? Was hat die lernende Person verstanden?

Praxistipp: Stärkt beide Seiten gleichzeitig, die anleitende Person festigt ihr Wissen durch das Erklären.

Zeitaufwand: 15 bis 20 Minuten, lässt sich in reguläre Tätigkeiten einbauen.

Methode im Überblick

Mini-Reflexion
(Kompetenzbereich V)

5 bis 15 Minuten reichen für nachhaltiges Lernen.

So gehst du vor:

  • Frag nach jeder abgeschlossenen Tätigkeit gezielt: „Was lief gut?“
  • Dann: „Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?“
  • Halte die Antwort kurz fest, mündlich reicht völlig
  • Greif die Antwort beim nächsten Mal wieder auf

Praxistipp: Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Länge. Lieber öfter kurz als selten ausführlich.

Zeitaufwand: 5 bis 15 Minuten.

Methode im Überblick

Lernen im Moment
(Kompetenzbereich I / V)

Keine Zeit, Praxisanleitung extra einzuplanen?

So gehst du vor:

  • Nutze spontane Situationen im Arbeitsalltag, eine ungewöhnliche Wundversorgung, eine schwierige Gesprächssituation
  • Stell eine kurze Lernfrage direkt in der Situation: „Was fällt dir hier auf?“
  • Verknüpfe die Antwort mit dem theoretischen Hintergrund, kurz und konkret
  • Lass die Auszubildende die Situation später noch einmal in eigenen Worten zusammenfassen

Praxistipp: Besonders wirksam, weil das Wissen direkt an eine reale Situation gekoppelt wird. Zeitaufwand: läuft im Arbeitsprozess mit.

Mehr davon

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Souveräner in schwierigen Gesprächssituationen
Weniger Nachdenken und Grübeln im Stress

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